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UNFPA-Studie: Ein Drittel hat keinen Zugang zu Verhütung

 

Laut eine Studie der United Nations Commission on Population and Development (UNFPA) mit 2.700 jungen Menschen aus Ghana, Indonesien, Kenya, Uganda und Zimbabwe hat ein Drittel keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Gleichzeitig sind Schwangerschaft und Geburt laut WHO die weltweit häufigste Todesursache für Mädchen zwischen fünfzehn und neunzehn Jahren. „Mädchen müssen in die Lage versetzt werden, gut informierte Entscheidungen über ihre Reproduktion zu treffen. Sie müssen die Möglichkeit haben, ungewollten oder ungeschützten Geschlechtsverkehr zurückzuweisen. Dafür braucht es Wissen, Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, Bildung und eine starke Stimme in der Gesellschaft“, fordert Petra Bayr, SPÖ-Nationalratsabgeordnete und Vorsitzende des Europäischen Parlamentarischen Forums für sexuelle und reproduktive Rechte (EPF) anlässlich des Weltbevölkerungstages am 11. Juli. 

 

Auch in Europa ist der Zugang zu sexuellen und reproduktiven Rechten nicht gesichert. In Polen gilt seit Anfang diesen Jahres ein rigides Abtreibungsgesetz, das Schwangere dazu zwingt ihre Schwangerschaften auszutragen, selbst wenn der Fötus schwere Fehlbildungen aufweist und es sicher ist, dass der Säugling nur kurze Zeit nach der Geburt überleben wird. „Wir müssen solidarisch mit den Betroffenen in Polen sein und aufpassen, dass die ultrakonservative Welle nicht zu uns überschwappt“, stellt Bayr fest.

 

Auch in Österreich gibt es noch viel zu tun. Der European Contraception Policy Atlas 2020 von EPF reiht Österreich auf Platz 41 von 46 Staaten Europas bei der Kostenübernahme von Verhütungsmitteln und -beratung. „In Österreich gibt es keinen flächendeckenden Zugang zu kostenfreier Verhütung. Dies entspricht nicht den westeuropäischen Standards. Es ist höchste Zeit, Verhütungsangebote im Rahmen der staatlichen Gesundheitsversorgung zu setzen“, appelliert Bayr an die Bundesregierung, aktiv zu werden.

 

Der Report von Fred Matić und die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 24. Juni 2021 zur Lage in der EU im Hinblick auf die sexuelle und reproduktive Gesundheit und die damit verbundenen Rechte im Zusammenhang mit der Gesundheit von Frauen weist ebenfalls darauf hin, wie wichtig es ist, die „Dienste im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und der damit verbundenen Rechte in bestehende staatliche Krankenversicherungs-, Bezuschussungs- oder Erstattungssysteme zu integrieren, um eine universelle Gesundheitsversorgung zu erreichen“.

 

Weitere Informationen zum European Contraception Policy Atlas 2020: https://www.epfweb.org/node/89

 

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