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Sexuelle Gewalt als Kriegstaktik

 

Bei kriegerischen Auseinandersetzungen und auf der Flucht sind Frauen zusätzlich sexueller Gewalt ausgesetzt - Tag gegen sexuelle Gewalt in Konflikten am 19. Juni und zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni

Anlässlich des Tags gegen sexuelle Gewalt in Konflikten am 19. Juni und des Weltflüchtlingstags am 20. Juni betont SPÖ-Sprecherin für globale Entwicklung Petra Bayr: „Unter den zahllosen Opfern bewaffneter Konflikte gibt es keine Gewinner*innen, besonders Frauen und Mädchen werden zusätzlich Opfer sexueller Gewalt als Kriegstaktik.“ Von der Ukraine über Tigray in Äthiopien bis Syrien, „jeder bewaffnete Konflikt bringt eine neue Welle dieser meist verschwiegenen und selten verurteilten Kriegsverbrechen. Auf der ganzen Welt wird sexuelle Gewalt als bewusste Strategie der Unterwerfung und Erniedrigung des Feindes eingesetzt. Die Täter wissen, dass Straffreiheit die Norm ist und sie selten zur Rechenschaft gezogen werden“, stellt Bayr fest. 

Pramila Patten, Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für sexuelle Gewalt in Konflikten, bezeichnete letzte Woche den Einsatz von sexueller Gewalt durch das russische Militär klar als eine verheerende Folge der russischen Aggression. „Doch mit der Flucht aus dem Kriegsgebiet ist die Gefahr nicht vorbei. Mindestens 21,4 Prozent aller Frauen auf der Flucht machen Erfahrungen mit sexueller Gewalt. Es braucht dringend mehr Schutzmaßnahmen für Frauen und Mädchen auf den Fluchtrouten und in den Ankunftsländern. Es ist wichtig zu verhindern, dass Ukrainerinnen, die alleine auf der Flucht sind, bei alleinstehenden, es vermeintlich gut mit ihnen meinenden Männern unterkommen. Darüber hinaus müssen betroffene Frauen und Mädchen Zugang zu Gesundheitsdiensten erhalten, um die Folgen von Vergewaltigungen im Kriegsgebiet und auf der Flucht zu lindern. Dazu gehört auch der Zugang zu einer Abtreibung, wenn die Frauen dies wollen“, fordert Bayr.

Als Berichterstatterin für die Parlamentarische Versammlung des Europarats zum Thema sexuelle Gewalt in Konflikten ist es der Abgeordneten ein Anliegen, diese Form der illegalen Kriegsführung zu ahnden und sowohl die Ausführungstäter als auch die Vorgesetzten in der militärischen Befehlskette als Anstiftungstäter oder jene, die einfach wegsehen, zur Rechenschaft zu ziehen. "Beweissicherung von den Vergewaltigungen und Stärkung der Überlebenden bei ihren Aussagen vor Gericht sind hier essentiell. Erst wenn klar ist, dass die Vergewaltiger auch in militärischen Konflikten nicht ungestraft davonkommen, wird es möglich sein, diese Form der Kriegsführung endgültig zu beenden und die Überlebenden ausreichend zu schützen und zu entschädigen", ist Bayr überzeugt. 

 

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