Nationalrat, XXV. GP; 31. Jänner 2017; 160. Sitzung / 1

19.18


Abgeordnete Petra Bayr, MA (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich werde auch auf die Bürgerinitiative betreffend Gynäkologie und Geburtshilfe eingehen. Wir haben dazu ja sehr breite Stellungnahmen eingeholt, nicht nur vom Gesundheitsministerium, sondern auch vom nicht zuständigen Sozialministerium, darüber hinaus vom Land Niederösterreich, von der Verbindungsstelle der Bundesländer, von der Ärztekammer, von der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und vom Österreichischen Hebammengremium, und alle sagen uns unisono, was schon erwähnt worden ist, nämlich dass es erst ab einer statistischen Anzahl von 365 Geburten pro Jahr sinnvoll ist, eine eigene Station zu haben; sowohl ökonomisch sinnvoll als auch medizinisch sicher, damit es quasi genügend Training für das Personal gibt und genügend Geburten durchgeführt werden, um auch medizinisch in Übung zu bleiben. Ich glaube, wir haben es uns nicht sehr einfach gemacht, und wenn wirklich sechs unterschiedlichste Stellen mit sehr unterschiedlichen Interessen zu diesem Thema das Gleiche sagen, dann glaube ich, dass wir dem durchaus vertrauen können.


Ich möchte das aber zum Anlass nehmen, Sie auf etwas hinzuweisen: Wir haben in Österreich überhaupt keine Tradition mit Multiparteiengruppen oder mit Vielparteiengruppen oder Allparteiengruppen bei uns im Parlament, aber wir haben seit ungefähr zwanzig Jahren eine, und diese fußt auf der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung von Kairo, welche 1994 stattfand. Diese Vielparteiengruppe setzt sich mit sexueller und reproduktiver Gesundheit und dazugehörigen Rechten auseinander. Ich möchte alle, die daran Interesse haben, in diese Gruppe einladen, da ich glaube, dass es im Bereich von Geburtshilfe, Gynäkologie und Sexualität sehr viel zu tun gibt. Zum Beispiel wissen wir, dass in Österreich ungefähr in 33 Prozent aller Geburten ein Kaiserschnitt durchgeführt wird. 
Die WHO ist der Meinung, dass das normalerweise in 15 Prozent der Fälle medizinisch geboten ist. Österreich sind wahrscheinlich auch aufgrund einer besseren Gesundheit der Mütter weniger von Risikogeburten betroffen, und der Durchschnitt könnte bei uns durchaus noch niedriger sein.
Dazu und auch zu Fragen wie: Was können Hebammen?, Braucht es bei jeder Geburt auch einen Facharzt, reicht nicht oft auch nur eine Hebamme im Spital?, ist es spannend, sich zu unterhalten. Natürlich haben wir auch den internationalen Fokus im Auge, indem wir uns zum Beispiel über Müttersterblichkeit weltweit unterhalten und darüber, was Österreichs Beitrag dagegen sein könnte.
Wenn Sie Interesse haben, dann lade ich Sie gerne ein, bei dieser Mehrparteiengruppe mitzumachen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)


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