"Kärntner Tageszeitung" vom 04.02.2014 Seite 21
Ressort: Kärnten

Kampf gegen Verstümmelung geht weiter

Wien, Klagenfurt Am 6. Februar jährt sich zum elften Mal der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM). Mit SP-Nationalratsabgeordneter Petra Bayr sagt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) dem Ritual den Kampf an: »Diese massive Gewaltanwendung an Frauen ist weder durch Tradition, Religion, Herkunft oder Kultur zu rechtfertigen.« Heinisch-Hosek zufolge arbeite man »auf Hochtouren« an einem Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen, in dem Maßnahmen gegen FGM veranschlagt werden sollen. Heinisch-Hosek wolle durch »Prävention, Intervention und gute Zusammenarbeit mit NGOs« das grausame Ritual unterbinden.

Kärntner Fall

Wie berichtet ist FGM auch in Kärnten nicht unbekannt. So wurde der Fall einer 16-jährigen Ägypterin bekannt, die mit einer Entschuldigung zur Schule kam, sie könne am Turnunterricht nicht teilnehmen, da sie eine Beschneidung hinter sich habe. Unterzeichnet war das Schriftstück von einem Arzt.

8000 Betroffene

Die Nationalratsabgeordnete und Plattform-Sprecherin Bayr betonte gestern, dass die EU ein »wichtiger Partner« im Kampf gegen FGM sei. Mit November vergangenen Jahres kündigte die Europäische Union mit der Mitteilung »Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung« ein intensives Vorgehen gegen Genitalverstümmelung an. Durch die Ratifizierung der Europaratskonvention im November 2013 habe sich Österreich zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, zu der auch »Femal Genital Mutilation« zähle, verpflichtet. Schätzungen zufolge sind in Österreich bis zu 8000 Frauen davon bedroht, beschnitten zu werden.