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Weltbevölkerungsbericht 2012 - Bayr: Bevölkerungsentwicklung ist relevant für Entwicklung insgesamt

Utl.: Bayr erinnert: "Familienplanung ist ein Menschenrecht" - 222 Millionen Frauen in Entwicklungsländern ohne Zugang zu Verhütung - Mittel für bilaterale EZA steigen ab 2014

SPÖ-Entwicklungssprecherin Petra Bayr hat heute, Mittwoch, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der ÖVP-Abgeordneten Silvia Fuhrmann und dem Grünen Abgeordneten Karl Öllinger den Weltbevölkerungsbericht 2012 der UNFPA (Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen) vorgestellt. "Der diesjährige Weltbevölkerungsbericht ruft in Erinnerung, dass es ein Menschenrecht auf Familienplanung gibt", betonte Bayr und unterstrich: "Die Bevölkerungsentwicklung ist relevant für die Entwicklung insgesamt." Obwohl bei der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo im Jahr 1994 ein "großer Qualitätssprung" in Sachen Familienplanung stattgefunden hat und sich 179 Staaten dazu verpflichtet haben, reproduktive Gesundheit als Menschenrecht einzuführen, haben in den Entwicklungsländern immer noch 222 Millionen Frauen keinen Zugang zu modernen Familienplanungs-Methoden. ****

"Alle sollten in den Genuss von reproduktiven und sexuellen Rechten kommen", fordert die SPÖ-Abgeordnete. Nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in der entwickelten Welt kommen viele Frauen aufgrund mangelnder Bildung oder Information oder auch wegen religiöser oder sprachlicher Barrieren nicht in den Genuss von reproduktiven und sexuellen Rechten, gab Bayr zu bedenken. Vor allem jüngere Menschen bräuchten Information über und Zugang zu Familienplanung. In Indonesien z.B. seien Verhütungsmittel zwar gratis - allerdings nur für verheiratete Paare. Dass unverheiratete Menschen Sex haben, werde quasi ausgeschlossen, erklärte Bayr, die das Land im Vorjahr besuchte.

Im Rahmen der heutigen Nationalratssitzung wird ein Entschließungsantrag eingebracht, nach dem die Mittel für bilaterale Entwicklungszusammenarbeit ab 2014 erhöht werden sollen, bis dahin soll der Betrag gleich bleiben. Dies soll im Frühjahr im Rahmen des Bundesfinanzrahmens für 2014 bis 2017 beschlossen werden. "Damit wird auch in der reproduktiven und sexuellen Gesundheit noch mehr weitergehen", zeigt sich Bayr erfreut.

"Die Maßnahmen in diesem Bereich greifen. Familienplanung macht nicht nur einen Unterschied für die einzelnen Menschen, sondern für die Gesellschaft insgesamt. Erwiesenermaßen erhöht ein guter Zugang zu Verhütung in einem Land unter anderem die Erwerbstätigkeit von Frauen massiv", erläuterte Bayr. Besonders in Afrika, wo 60 Prozent der Menschen jünger als 25 Jahre sind, sei die Familienplanung entscheidend, sonst werde sich die Bevölkerung dort verdoppeln.

In Entwicklungsländern gibt es rund 80 Millionen ungewollte Schwangerschaften pro Jahr. Derzeit werden weltweit 4,1 Mrd. Euro in Familienplanung investiert. Würde man diesen Betrag verdoppeln, könnten ungewollte Schwangerschaften und unsichere Abtreibungen zu einem großen Teil verhindert werden.

Die drei Abgeordneten, die den Bericht präsentierten, sind Mitglieder der überparteilichen parlamentarischen Gruppe für reproduktive Gesundheit und Entwicklung, die sich gemeinsam mit den entsprechenden Gruppen anderer Länder für einen besseren Zugang zu Methoden der Familienplanung vor allem in Entwicklungsländern einsetzt. Sie wendet sich u. a. an die zuständigen Ministerinnen und Minister in Österreich, um Bewusstsein für das Problem mangelnder Familienplanung zu schaffen und dementsprechend UN-Organisationen wie den Weltbevölkerungsfonds finanziell ausreichend zu dotieren.

SERVICE: Der Weltbevölkerungsbericht 2012 steht demnächst unter http://www.unfpa.org/swp als Download zur Verfügung.  (Schluss) bj

Rückfragehinweis:
   SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
   Tel.: 01/53427-275
   http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493


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