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Türkei - Bayr: Schwangerschaftsabbruch nicht kriminalisieren

Utl.: Gesetze verhindern Schwangerschaftsabbrüche nicht

Der türkische Ministerpräsident Recep Erdogan sagte letzte Woche bei einer internationalen parlamentarischen Konferenz, dass Schwangerschaftsabbruch Mord sei. Der Schwangerschaftsabbruch ist in der Türkei seit 1983 innerhalb der ersten zehn Wochen legal. Nun soll die Frist von der zehnten auf die vierte Schwangerschaftswoche verkürzt werden. SPÖ-Nationalratsabgeordnete Petra Bayr, kritisiert dies aufs Schärfste. "Diese Gesetzesänderung bedeutet eine klare Beschneidung der Frauenrechte. Außerdem ist sie absurd, weil viele Frauen in den ersten vier Wochen der Schwangerschaft noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind", so Bayr heute, Samstag, im Gespräch mit dem SPÖ-Pressedienst. ****

Bayr, die sich auf internationaler Ebene für reproduktive Gesundheit einsetzt, betont weiter: "Im internationalen Kontext sehen wir klar, dass restriktive Gesetze Schwangerschaftsabbrüche nicht verhindern. Sie treiben Frauen in die Illegalität und setzen sie so einer massiven gesundheitlichen Gefahr aus. Schwangerschaftsabbrüche, die außerhalb des gesetzlichen Rahmens, meist durch nicht ausreichend geschultes Personal in nicht ausreichend medizinisch ausgestatteten Räumlichkeiten stattfinden, sind eine Bedrohung für die Gesundheit und das Leben der Frauen. Dreizehn Prozent aller Müttersterblichkeitsfälle sind auf solche illegal durchgeführten Schwangerschaftsabbrüche zurückzuführen."

Zurzeit wird in der türkischen Regierungspartei AKP noch diskutiert, ob Frauen auch nach einer Vergewaltigung gezwungen werden sollen, das Kind auszutragen. Bayr: "Die AKP sollte lieber diskutieren, wie sie den Sexualunterricht in den Schulen verbessert und einen niederschwelligen Zugang zu effektiven Verhütungsmitteln sicherstellt. Denn Frauen, die gut über die Möglichkeiten der Empfängnisverhütung informiert sind, werden deutlich seltener ungewollt schwanger." (Schluss) sv/mp

Rückfragehinweis:    SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,     Tel.: 01/53427-275    http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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