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Bayr: Weltbauerntag sollte eigentlich Weltbäuerinnentag heißen

Utl.: Frauen in Entwicklungsländern produzieren den Löwenanteil der Nahrungsmittel

Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, stellt anlässlich des Weltbauerntags am 1. Juni gegenüber dem SPÖ-Pressedienst fest, dass Frauen in Entwicklungsländern überwiegend für die Produktion von Nahrungsmitteln verantwortlich sind: "Internationale Daten belegen, dass Frauen den Großteil der Nahrungsmittelproduktion in Entwicklungs- und Schwellenländern schultern. Und weil die meisten Menschen in Entwicklungs- oder Schwellenländern leben, müsste es eigentlich Weltbäuerinnentag heißen." ****

Obwohl Frauen in Entwicklungsländern 60 bis 80 Prozent der Lebensmittel produzieren, verfügen sie in allen Regionen der Welt über mangelnde Ressourcen. Dies umfasst eingeschränkten Zugang zu fruchtbarem Land und zu Saatgut, zu Werkzeug und zu Maschinen sowie zu finanziellen Mitteln, und auch der Zugang zu Bildung ist für Frauen schwer. "Obwohl Frauen für den Löwenanteil der Nahrungsmittelproduktion in Entwicklungsländern zuständig sind, haben sie im Vergleich zu Männern eingeschränkten Zugang zu Chancen und Ressourcen aller Art. Das ist einfach ungerecht. Entwicklungsprogramme und -projekte können hier sehr gut ansetzen und Frauen in deren wichtiger Rolle als Lebensmittelproduzentinnen unterstützen. Damit wird nicht nur die Position der Frau gestärkt, sondern gleichzeitig auch ein Beitrag zur Reduktion des Hungers geleistet", ist Bayr überzeugt.

Abschließend betont Bayr die Bedeutung von kleinbäuerlichen Strukturen: "Agrokonzerne entreißen Kleinbäuerinnen und -bauern oft deren Lebensgrundlage, um in riesigen Monokulturen für den Export zu produzieren. Das hat viele negative Auswirkungen: Die eigentlichen Landbesitzerinnen und -besitzer werden oft illegal und ohne angemessene Entschädigung vertrieben und in eine Notlage gebracht - sie haben ja ihre Lebensgrundlage, das Land, verloren", erklärt Bayr. "An den Gewinnen der exportorientierten Produktion profitieren die lokalen Gemeinden meist nicht, diese müssen sich mit den negativen Auswirkungen wie Umweltzerstörung, Belastung durch Pestizide und Verdrängung auseinandersetzen. Auch hier kann die EZA positiv eingreifen und kleinbäuerliche Strukturen unterstützen. Es liegt aber auch in der Macht der Konsumentinnen und Konsumenten: Greifen Mann und Frau zu Fair Trade-Produkten, ist schon ein Beitrag zum Erhalt der kleinbäuerlichen Strukturen geleistet", so Bayr. (Schluss) bj

Rückfragehinweis: SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien Tel.: 01/53427-275 http://www.spoe.at/impressum

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