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Bayr ruft am Südafrikanischen Nationalfeiertag zu einer engeren Kooperation auf

Utl.: Restitution von Leichenteilen wichtiger Schritt in der Aufarbeitung von Fehlern nach Kolonialmanier

 

Der Nationaltag am 27. April gedenkt der ersten freien Wahlen in Südafrika. Nachdem das Regime der Apartheid beendet werden konnte, wurde Nelson Mandela nach 27 Jahren in Gefangenschaft zum ersten schwarzen Präsident des Landes gewählt. "Diese Entwicklung war nicht nur für Südafrika ein Meilenstein. Der 27. April 1994 ist für die gesamte internationale Gemeinschaft von großer Bedeutung", stellt Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, fest. ****

 

Die politischen Beziehungen zwischen Österreich und Südafrika haben in den letzten Tagen einen kräftigen Schub erhalten. Nach jahrelangen Verhandlungen konnten endlich Altlasten kolonialer Praktiken beseitigt werden. "Ich begrüße, dass die Gebeine des Ehepaares Klaas und Trooi Pienaar endlich in ihre Heimat überstellt werden konnten. In Südafrika können die sterblichen Überreste nun nach den entsprechenden Riten beigesetzt werden", führt Bayr aus. Die Leichname wurden 1909 von dem österreichischen Ethnologen Rudolf Pöch im Zuge seiner Forschungen unrechtmäßig nach Österreich-Ungarn überstellt. Proteste der südafrikanischen Angehörigen wurden nach Kolonialmanier übergangen. "Dieser Eingriff war eine massive Menschenrechtsverletzung, die nicht wieder gut zu machen ist. Die Überstellung der Gebeine an den Herkunftsort ist das Mindeste", führt Bayr weiter aus.

 

In diesem Zusammenhang unterstreicht Bayr die Südafrikanische Forderung nach einem Kulturabkommen mit Österreich: "Eine Verstärkung der sehr schmalen Kooperation mit Südafrika ist meiner Ansicht nach wünschenswert. In enger Kooperation könnte etwa der Frage nachgegangen werden, ob noch weitere Leichen unrechtmäßig in österreichischen Kellern liegen. Diese könnten dann rascher an Südafrika übergeben werden. Die Restitution der sterblichen Überreste des südafrikanischen Ehepaars könnte so den Grundstein für eine Kooperation legen, in der sich Österreich seiner Vergangenheit stellt. Dies wäre ein Zeichen zur Aufarbeitung von begangenen Fehlern und würde von einer gewissen Größe Österreichs zeugen", stellt Bayr fest. (Schluss) up/mp

 

Rückfragehinweis:    SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,     Tel.: 01/53427-275 http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

 

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