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Bayr: "Jede Frau muss das Recht auf Selbstbestimmung haben - überall auf der Welt!"

Utl.: 16-jährige Marokkanerin nimmt sich das Leben, nachdem sie mit ihrem Vergewaltiger zwangsverheiratet wird

"Frauenverachtende Gesetze und Traditionen haben im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr und müssen geändert werden" verlangt Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, nach dem Selbstmord einer 16-jährigen marokkanischen jungen Frau, die sich nach der Zwangsverheiratung mit ihrem Vergewaltiger das Leben mit Rattengift genommen hat. Die damals 15-jährige Marokkanerin wurde von einem Mann auf der Straße vergewaltigt. Es dauert Monate bis sich das Mädchen traut, sich an seine Eltern zu wenden. Diese befragen das lokale Gericht, welches die Eheschließung zwischen dem Täter und dem Opfer anordnet. "Das Menschenrecht auf Familie setzt natürlich auch voraus, dass die Entscheidung, wen ich heirate, meine eigene ist. Es ist frauenverachtend, Menschen per justitieller Anordnung mit genau jenen zu verheiraten, die ihnen Schmerzen, Angst und Gewalt angetan haben", ist Bayr über die gesetzlichen Regelungen in Marokko entsetzt und fordert ihre marokkanischen Parlamentskolleginnen und -kollegen auf, dieses menschenverachtende Gesetz zu ändern. "Die Begründung einer Ehe und die Gestaltung des Zusammenleben muss eine staatlich geregelte sein und darf nicht auf einer ausschließlich religiösen Basis passieren", plädiert Bayr für die Säkularisierung der Rechtsprechung in allen Ländern dieser Erde. ****

In traditionellen Vorstellungen Marokkos ist die Ehre einer Frau zerstört, wenn sie nicht jungfräulich in die Ehe geht, selbst nach einer Vergewaltigung. Diese frauenverachtenden, traditionelle Sichtweise spiegelt sich im marokkanischen Strafrecht wider: Heiratet der Vergewaltiger sein Opfer nach der Tat, bleibt die Ehre der Frau erhalten und der Täter geht straffrei aus. "Das ist eine untragbare rechtliche Lage", kommentiert Bayr erzürnt. "Wir Menschen machen Gesetze und Traditionen. Und wir Menschen haben die Macht diese so auszugestalten, dass sie die Menschenrechte von Frauen und Männern wahren", führt Bayr weiter aus. Das Recht der jungen Marokkanerin wurde gleich dreimal verletzt: Durch die Vergewaltigung, durch die übermächtige Tradition und durch das marokkanische Strafrecht. "Ich rufe Marokko auf, die Rechte der Frauen zu wahren und Männer und Frauen als gleichwertig anzuerkennen! Die logische Konsequenz ist eine Änderung des marokkanischen Strafrechts begleitet von einem Bewusstseinwandel in der Gesellschaft", stellt Bayr klar. (Schluss) up/mp

Rückfragehinweis:    SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,     Tel.: 01/53427-275    http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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