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Bayr: Grundlegendes Umdenken in der Entwicklungs- und Umweltdebatte ist nötig

Utl.: Green economy darf nicht "business as usual mit grünem Mascherl" sein

Bei der heutigen AWEPA-Veranstaltung "Green Economy - Aspects of sustainable development" stand die nachhaltige Landnutzung auf dem afrikanischen Kontinent im Mittelpunkt der Diskussion. Petra Bayr, SPÖ-Nationalratsabgeordnete und Vorsitzende der österreichischen AWEPA-Sektion hieß zahlreiche Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der Landnutzung willkommen. AWEPA (European Parliamentarians for Africa) ist ein Zusammenschluss von europäischen Parlamentarierinnen und Parlamentariern, die sich in Partnerschaft mit afrikanischen Abgeordneten für die nachhaltige Entwicklung des Kontinents einsetzen. ****

"Gerade Land, der Grund auf dem wir stehen und auf dem wir unsere Nahrungsmittel anbauen, nimmt rapide ab. Durch Bodenerosion, durch den steigenden Meeresspiegel und durch Umweltverschmutzung wird fruchtbares Land immer weniger. Gleichzeitig nimmt aber die Bevölkerung zu und der Druck auf das weniger werdende Land steigt. Wir stehen vor einem Intelligenztest, wie wir weiter auf der einen Erde leben können, die uns zur Verfügung steht", stellt Bayr fest.

Green economy, das Schlagwort vor dem Umweltgipfel in Rio, reicht laut Bayr nicht aus, um nachhaltige Landnutzung und die Ernährungssicherheit in allen Ländern sicherzustellen. "Green economy wird von manchen als die Lösung auf die multiplen Krisen der letzten Jahre dargestellt. Die Nahrungsmittelkrise, die Energie- sowie die Finanzkrise sind nur symptomatisch für die ideologische Krise, die wir erleben. Grundlegend ist eine Änderung im Denken. Wir müssen unsere Vorstellungen und Ideologien nachhaltig gestalten. Nachhaltig heißt, dass wir der Erde nur so viel entnehmen, wie sie im selben Zeitraum nachproduzieren kann. Nachhaltig heißt auch, dass die zukünftigen Generationen auf allen Flecken der Welt genug Ressourcen für ein gutes Leben haben", führt die Abgeordnete aus.

Umdenken ist nicht nur in den Industrieländern, sondern auch in den Entwicklungs- und Schwellenländern vonnöten, fordert Bayr: "Vor allem in Lateinamerika konzentriert sich der herrschende Diskurs auf ausländische Investitionen und Wirtschaftswachstum. Das ist aber gefährlich, weil so rücksichtsloser Raubbau an der Umwelt begangen wird. Auch die Entwicklungs- und Schwellenländer müssen nachhaltig agieren."

Beim Rio+20-Gipfel wird sich Bayr vor allem für das Thema Bevölkerungsentwicklung einsetzen und in Gesprächen Bewusstsein schaffen. "Leider ist Bevölkerungsentwicklung nicht prominent auf der Agenda. Dabei ist es essentiell, dass die Bevölkerung nicht weiter so schnell wächst, denn die natürlichen Ressourcen reichen einfach nicht aus. Als zweiten Auftrag nehme ich die Bewusstseinsschaffung für die Rechte der unkontaktierten Völker in Brasilien und Peru mit. Bei meinen brasilianischen und peruanischen Kolleginnen und Kollegen werde ich mich für deren Rechte einsetzen, da sie eine bessere rechtliche Grundlage brauchen." (Schluss) bj

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