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Bayr: Brasilianischer Experte für unkontaktierte Völker zu Besuch im Parlament

Utl.: SPÖ-Sprecherin für globale Entwicklung unterstützt Meirelles Einsatz für die Rechte der Völker in freiwilliger Isolation

Der brasilianische Experte für unkontaktierte Völker, José Carlos Meirelles, hat bei seinem gestrigen Besuch im österreichischen Parlament über die Lebenssituation der Indigenen in Brasilen und Peru berichtet. Die aktuelle Kampagne der Gesellschaft für bedrohte Völker ermöglichte Meirelles Besuch in Österreich, der sich in diesem Rahmen auch mit Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, austauschte. Unkontaktierte Völker sind ethnische Gruppen, die nur geringfügigen oder kurzzeitigen Kontakt mit der globalisierten Gesellschaft aufgenommen haben bzw. den Kontakt aufgrund schlechter Erfahrungen fürchten und meiden. ****

José Carlos Meirelles hat in über 40 Jahren Erfahrungen gesammelt, wie die unkontaktierten Völker leben, welche deren stärkste Bedrohungen sind und was für deren Schutz nötig ist. Grundlegend sei die Demarkierung des Lebensraums der Indigenen. Zuerst müssten die Gebiete identifiziert werden. Dies geschehe vom Flugzeug aus, mit Hilfe von Satellitenbildern sowie in langen Fußmärschen. Ist das Gebiet klar abgesteckt, kann es von der brasilianischen Regierung unter Schutz gestellt werden. Zurzeit werden in Brasilien allerdings die Mächte, die sich gegen den Schutz der Indigenen einsetzen, immer stärker: Großgrundbesitzer, Goldgräber sowie Erdöl- und Erdgasförderer blockieren die Anerkennung weiterer Gebiete. Akute Bedrohungen für die Völker in freiwilliger Isolation erwachsen also vor allem aus der Ausbeutung von Rohstoffen in deren Gebieten. Peru ist der größte Exporteur des Edelholzes Mahagoni, doch die Bestände werden knapp, sodass illegal auf Bäume in den Schutzzonen zurückgegriffen wird.

Petra Bayr kündigte an, in einer parlamentarischen Anfrage der österreichische Praxis beim Import von Edelhölzern nachzugehen: "Es darf nicht sein, dass Österreich als EU-Mitglied Edelhölzer importiert, die illegal in Schutzzonen von Indigenen geschlagen werden. Hier muss wirklich sichergestellt sein, dass kein Baum auf den Gebieten von Indigenen gefällt wird. José Carlos Meirelles hat mir berichtet, dass Plantagen, die Holz nachhaltig produzieren, den Bedarf nicht mehr decken und vermehrt illegal gefälltes Holz zugekauft wird. Es ist ein Skandal, dass gewildertes Holz als nachhaltig produziertes verkauft wird. Hier besteht Handlungsbedarf."

Abschließend versprach Bayr, sich auch bei der Konferenz Rio+20 im Juni in Brasilien für die in freiwilliger Isolation lebenden Völker gegenüber den brasilianischen und peruanischen Parlamentarierinnen und Parlamentariern stark zu machen. "Ich werde mit meinen brasilianischen und peruanischen Kolleginnen und Kollegen das Gespräch suchen, denn es ist auch Aufgabe der Legislative, darauf zu drängen, dass die Lebensräume der Indigenen geschützt werden und wir in Europa, wenn auch aus der Ferne, ein Auge auf deren Rechte haben." (Schluss) bj

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