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Bayr: Agro-Treibstoffe tragen Mitschuld an steigenden Nahrungsmittelpreisen

Utl.: Agro-Treibstoffe nicht nachhaltig - Beimischungsziele müssen überdacht werden

Zu den Berichten über die weltweit steigenden Preise für Grundnahrungsmittel betont Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, dass die Verarbeitung von Nahrungsmitteln wie Mais und Soja zu sogenannten Agro-Treibstoffen Mitschuld an dieser Entwicklung trägt. "Agro-Treibstoffe sind weder bio noch nachhaltig. Der Anbau von Pflanzen für die Gewinnung von Treibstoff verdrängt den Anbau von Nahrungsmitteln. Dies verstärkt wiederum die Nahrungsmittelknappheit und führt zu steigenden Preisen auf den Weltmärkten", kritisiert Bayr heute, Donnerstag, im Gespräch mit dem SPÖ-Pressedienst. Die SPÖ-Abgeordnete fordert daher ein Umdenken in Richtung Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie E-Mobilität und sieht Umweltminister Berlakovich in der Pflicht, von der Einführung des Treibstoffs "E10" in Österreich (ab Herbst soll herkömmlichen Treibstoffen ein zehnprozentiger Anteil an Ethanol beigemischt werden) abzusehen. ****

In Zeiten wie diesen, in denen sich der Nahrungsmangel in Entwicklungsländern immer weiter verstärkt, ist es, so Bayr, "unmoralisch, Nahrungsmittel zu Treibstoffen zu verarbeiten." Weiters stelle der Anbau von Nahrungsmitteln für die Treibstoffgewinnung auch eine große Gefahr für das Weltklima und die Menschen dar, da die CO2-Senke Regenwald gerodet wird um Anbauflächen für Energiepflanzen zu schaffen. "All diese negativen Folgen die der Anbau von Agro-Treibstoffen mit sich bringt, zeigen, dass diese Form des Treibstoffs die völlig falsche Antwort auf die Problematik der Klimaerwärmung ist", plädiert Bayr für "eine neue Herangehensweise an die Energieproblematik." Um die Menschheit mit wirklich nachhaltigen Energieformen zu versorgen, müsse verstärkt in den Bereichen E-Mobilität und agrarische Treibstoffe jüngerer Generationen, die pflanzliche Abfallprodukte verwenden, geforscht werden.

Weltweit nehme, so Bayr, die Kritik an den herkömmlichen Agro-Treibstoffen bereits immer stärker zu. "Zahlreiche Experten und auch namhafte Politiker wie der deutsche Energieminister Niebel fordern bereits einen Verkaufsstopp für E10", so Bayr, die kritisiert, dass Umweltminister Berlakovich E10 bereits mit Herbst dieses Jahres auf dem österreichischen Markt zulassen will. "Statt an der Einführung von E10 festzuhalten, soll sich Minister Berlakovich für eine Überarbeitung der EU-Nachhaltigkeitskriterien für Agro-Treibstoffe, in der auch die 'indirekten' Effekte berücksichtigt werden, einsetzen. Die Nachhaltigkeitskriterien bei der Produktion von Agro-Treibstoffen müssen streng, transparent und weltweit nachvollziehbar sein", fordert die SPÖ-Bereichssprecherin. (Schluss) sv/up

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