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APA197 5 AI 0240 CA                   Siehe APA108/07.02       07.Feb 10

Ungarische Klinik dementierte österreichische Vorwürfe wegen FGM

Utl.: Keine Genitalverstümmlung in Soproner Schönheitscenter =

   Budapest (APA) - Eine Schönheitsklinik im westungarischen Sopron weist österreichische Vorwürfe zurück. Denen zufolge sollen in dem grenznahen Spital Genitalverstümmlungen an weiblichen Patienten durchgeführt werden. Krisztina Nemet, Generalkonsulin der ungarischen Botschaft in Wien, übermittelte die Antwort des Soproner Schönheitscenters. Wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Sonntag zitierte, könnte es sich um einen Irrtum handeln, der aus einem  "Übersetzungsfehler" auf der Webseite der Schönheitsklinik resultiere.

   Der Klinikchef wies jegliche Vorwürfe zurück und erklärte, es gebe für weibliche Patienten ein Angebot für Schönheitseingriffe hinsichtlich der äußeren Geschlechtsorgane. Doch diese Eingriffe hätten nichts gemein mit der in afrikanischen Kulturen verbreiteten Verstümmelung der Genitalien, betonte der Klinikchef. Übliche Schönheitsoperationen seien unter anderem Wiederherstellung der Jungfernhaut oder Korrekturen an der Klitoris, doch keinesfalls deren Entfernung.

   Vorwürfe gegen die Soproner Schönheitsklinik kamen von Petra Bayr, Initiatorin der österreichischen Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung und entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ. Bayr hatte erklärt, in besagter Klinik würde weibliche Genitalverstümmelung als "Schönheitsoperation" angeboten. "Weibliche Genitalverstümmelung bekämpfen wir seit Jahren als grausame Menschenrechtsverletzung, die wir aus dem afrikanischen und asiatischen Kulturraum kennen. Aber auch in Europa gibt es derart Unfassbares, wie uns der neueste Skandal aus einem ungarischen 'Schönheits-Center' zeigt - einfach ungeheuerlich", so Bayr in einer Aussendung vom Sonntag. Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation - FGM) sei eine jahrtausendalte Praxis, die Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt, welche lebenslange Schmerzen und psychische Traumata verursache.
 (Schluss) haf/ar

APA197    2010-02-07/14:35