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HIV - eine Epidemie der Ungleichheit

 

„Wir könnten die AIDS-Epidemie beenden. Es gibt das Wissen und die Instrumente, um HIV-Neuinfektionen und die Auswirkungen von AIDS zu reduzieren. Strukturelle Ungleichheiten erschweren den Zugang zu HIV-Prävention und -Behandlung“, mahnt Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, anlässlich des Welt-AIDS-Tags am 1. Dezember. 

Es hat Jahrzehnte gedauert, bis HIV-Tests und Medikamente für viele Menschen zugänglich geworden sind. „Millionen von Menschenleben gingen wegen wirtschaftlicher Interessen verloren. Die Ungleichheiten bei der globalen Impfstoffversorgung in der COVID-19-Pandemie erinnern stark an die Ungleichheiten in der frühen AIDS-Bekämpfung“, so Bayr. Anfang November 2021 waren nur zwei Prozent der Menschen in armen Ländern vollständig gegen COVID-19 geimpft, verglichen mit 65 Prozent in reichen Ländern.

In den 1990er und frühen 2000er Jahren führte die mangelhafte Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten in armen Ländern zu einem Aufschwung der Generika, die rasch verfügbar, hochwirksam und erschwinglich waren. „Auch heute ist es wichtig, dass dringend benötigte Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika als öffentliche Güter betrachtet werden. Deswegen fordere ich die Regierung auf, sich nachdrücklich auf europäischer Ebene für den TRIPS WAIVER zur befristeten Patentfreigabe für COVID-19 Impfstoffe, Tests und Medikamente einzusetzen. Norwegen hat bereits einen Kurswechsel angekündigt und spätestens seit dem Auftauchen der Omikron-Mutation, muss uns klar sein, dass wir diese Pandemie lange nicht beenden werden, wenn wir Profite vor Gesundheit stellen“, ruft Bayr zum Handeln auf.

„Ohne ein entschlossenes Vorgehen gegen Ungleichheiten besteht die Gefahr, dass die Welt das Ziel für die Beendigung von AIDS bis 2030 verfehlt, dass die COVID-19-Pandemie weiter anhält und dass sich die soziale und wirtschaftliche Krise weiter verschärft“, so Bayr abschließend. 

 

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